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Rechenschaft

Korrektur und Rücknahme

Wer Meldungen einreicht, macht irgendwann eine falsch. Entscheidend ist, was dann passiert. Diese Seite beschreibt, wann eine Meldung korrigiert oder zurückgenommen wird, wer das auslösen kann und wie geprüft wird.

Der Grundsatz

Fehler müssen korrigierbar sein. Eine Meldung ist eine Behauptung gegenüber einem Dritten über den Inhalt einer anderen Person. Wenn diese Behauptung nicht stimmt, entsteht ein Schaden, der nicht dadurch kleiner wird, dass niemand darüber spricht.

Deshalb gibt es für Korrekturen einen festen Weg, er steht öffentlich hier, und er gilt unabhängig davon, wer den Fehler bemerkt hat — die Gegenseite, die Plattform, der Auftraggeber oder wir selbst.

Prüfung, nicht Reflex

Eine Rücknahme erfolgt nicht automatisch, nur weil die Gegenseite widerspricht. Das wäre kein Sorgfaltsmaßstab, sondern seine Abwesenheit: eine berechtigte Meldung würde damit für jeden entwertet, der laut genug widerspricht. Geprüft wird der Sachverhalt.

Was eine Prüfung auslöst

Jeder dieser Punkte hält den Vorgang an — unabhängig davon, aus welcher Richtung der Hinweis kommt.

  • Falsche Fundstelle

    Die gemeldete URL zeigt nicht auf den beanstandeten Inhalt, oder sie zeigt auf den Inhalt einer anderen Person.

  • Falsches Werk

    Die Meldung benennt ein Werk, das mit dem beanstandeten Inhalt nichts zu tun hat, oder die Zuordnung von Werk zu Fundstelle trägt nicht.

  • Falscher Rechteinhaber

    Die Rechte liegen nicht bei der Person oder dem Unternehmen, in deren Namen gemeldet wurde.

  • Vollmacht abgelaufen oder widerrufen

    Die Meldung wurde außerhalb des Zeitraums oder des Umfangs eingereicht, den die Vollmacht abdeckt.

  • Doppelte Einreichung

    Derselbe Gegenstand wurde mehrfach gemeldet, ohne dass dafür ein Grund bestand.

  • Verwechslung

    Ein Konto, ein Kanal oder eine Person wurde mit einer anderen verwechselt.

  • Nachträglich belegte Erlaubnis

    Es wird eine Lizenz, eine Einwilligung oder eine sonstige Berechtigung nachgewiesen, die zum Zeitpunkt der Meldung nicht bekannt war.

  • Sonstiger wesentlicher Sachfehler

    Eine Angabe, die für die Entscheidung des Empfängers erheblich war, ist unrichtig.

Der Ablauf

Sechs Schritte, in dieser Reihenfolge. Der zweite ist nicht verhandelbar: der Vorgang steht still, solange geprüft wird.

  1. 01

    Hinweis erfasst

    Aus welcher Richtung auch immer. Der Eingang wird bestätigt und dem Vorgang zugeordnet.

  2. 02

    Fall angehalten

    Keine weiteren Meldungen zu demselben Gegenstand, solange der Punkt offen ist.

  3. 03

    Menschliche Prüfung

    Werkzuordnung, Fundstelle, Vollmacht und Hinweis werden von einer Person nebeneinandergelegt.

  4. 04

    Entscheidung

    Korrigieren, zurücknehmen oder aufrechterhalten — mit Begründung, in allen drei Fällen.

  5. 05

    Empfänger unterrichtet

    Soweit das Verfahren des Empfängers das vorsieht, wird die Korrektur oder Rücknahme dort eingebracht.

  6. 06

    Aktenvermerk

    Auslöser, Prüfung, Entscheidung und Zeitpunkt bleiben im Fall dokumentiert.

Drei mögliche Ergebnisse

Korrektur
Die Meldung war im Kern berechtigt, aber eine Angabe war falsch. Die Angabe wird berichtigt und die Berichtigung dem Empfänger übermittelt. Der Fall läuft weiter.
Rücknahme
Die Meldung hätte so nicht eingereicht werden dürfen. Sie wird gegenüber dem Empfänger zurückgenommen, soweit dessen Verfahren das vorsieht, und der Fall wird auf WITHDRAWN gesetzt.
Aufrechterhaltung
Der Hinweis hat sich nicht bestätigt. Die Meldung bleibt bestehen. Die hinweisgebende Seite erhält eine Begründung — und den Verweis auf den Gegendarstellungsweg der Plattform, der davon unberührt bleibt.

Fallzustände, die dabei entstehen können

  • ZurückgezogenWITHDRAWN
  • EskalationsprüfungESCALATION_REVIEW
  • AbgeschlossenCLOSED

Vollständiges Statusmodell

Was eine Rücknahme ist — und was nicht

Eine Rücknahme bedeutet

  • Die Meldung wird gegenüber dem Empfänger zurückgezogen.
  • Der Fall wird als zurückgezogen geführt und erscheint in keiner Ergebniszahl als Erfolg.
  • Der Vorgang bleibt mit Grund dokumentiert, auch nach Abschluss.
  • Der Auftraggeber wird über die Rücknahme und ihren Grund unterrichtet.

Eine Rücknahme bedeutet nicht

  • Ein Eingeständnis, dass am Werk keine Rechte bestehen.
  • Dass eine spätere, sauber belegte Meldung zu demselben Inhalt ausgeschlossen wäre.
  • Dass ein Verfahren des Empfängers dadurch beendet oder eine Frist verlängert wird.
  • Eine Zusage über Ansprüche irgendeiner Seite — darüber entscheidet diese Agentur nicht.

Was dokumentiert wird

Eine Korrektur, die nicht nachvollziehbar ist, ist keine.

  • triggeredByWer den Hinweis gegeben hat, in welcher Rolle
  • triggerTypeAuslöser aus der Liste oben
  • pausedAtZeitpunkt, zu dem der Fall angehalten wurde
  • reviewedByRolle der prüfenden Person
  • decisionKorrektur, Rücknahme oder Aufrechterhaltung
  • rationaleBegründung der Entscheidung
  • recipientNotifiedAtZeitpunkt der Unterrichtung des Empfängers
  • clientNotifiedAtZeitpunkt der Unterrichtung des Auftraggebers

Im Abschlussbericht sichtbar

Korrekturen und Rücknahmen stehen im Fallbericht des Auftraggebers, nicht in einer Fußnote. Der Muster-Fallbericht zeigt, an welcher Stelle.

Fehler in einer Meldung gefunden?

Nennen Sie die Referenz und den Punkt, der nicht stimmt. Der Vorgang wird angehalten, bevor er weiterläuft.